UDU - Udu

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Produktinformationen "UDU - Udu"

Alexander Arkhincheev (Burjatien) – Vocals, Kehlkopfgesang, Gitarre, mongolische Pferdekopfgeige
Konstantin  Tokarsky (Burjatien) -  Drums & Percussion
Tadas Dešukas (Litauen) – Geige, Mandoline, Gitarre
Laurita Peleniūtė (Litauen) - Vocals, Trommel, Shrutybox

In welcher Sprache singt deine Seele? Das ist eine der zentralen Fragen, mit denen sich Udu beschäftigen. Bei Udu sind Künstler aus zwei Nationen vereint, die das musikalische Erbe Burjatiens und Litauens kreativ zusammenbringen. Der Kehlkopfgesang Burjatiens verbindet sich hier mit den baltischen Gesängen aus der heidnischen Zeit, als Mensch und Natur noch eins waren.
„Udu ist das heilige Wasser unserer Erde, das uns alle verbindet!, sagen die Musiker. Denn unsere Körper sind die Gefäße, welche die genetischen Codes unserer Vorfahren tragen. Das Projekt vereint den burjatischen Sänger Alexander Arkhincheev und den burjatischen Perkussionisten Konstantin Tokarsky  mit den beiden litauischen Musikern Laurita Peleniūtė und Tadas Dešukas von der Band Marga Muzika. Udu debütierten als Ensemble beim Festival The Spirit of Tengri in Almaty.
Kleine Nachhilfe in Sachen Erdkunde am Rande: Die Republik Burjatien liegt in Fernen Osten der Russischen Föderation an der Grenze zur Mongolei. Sie umfasst das Ostufer des Baikalsees.
 „Unser Ziel ist es keineswegs, die Ähnlichkeiten oder Unterschiede unserer beiden Nationen zu benennen und zu erforschen. Nein, es geht uns vielmehr darum, unsere Musik, die von Herzen kommt, mit anderen zu teilen. Durch die Beschäftigung mit unseren beiden Kulturen ist unser Respekt für alle Länder dieser Welt in unseren Herzen nur noch weiter gewachsen. Auf diese Weise sind auch unsere Vorfahren noch enger zusammengerückt. Seit wir uns beim Festival The Spirit Of Tengri getroffen haben, sind wir eine musikalische Familie geworden. Wir komponieren gemeinsam, wir reisen, essen, teilen Geschichten, besuchen uns zu nächtlicher Stunde und sehen Musik auch als Möglichkeit, unseren negativen Erfahrungen zu entkommen“, schreiben die Musiker.
 Zu den Songs haben Udu dankenswerterweise auch etwas zu Tradition und Hintergrund zu sagen.
Zulayashie – Ein Hochzeitslied
 In den alten Zeiten haben die Menschen in Burjatien bestimmte Lieder gesungen, wenn eine Tochter vor der Hochzeit zu ihrer neuen Familie reiste. Dieser Song war gehörte zu jeder Hochzeit einfach dazu.
In der litauischen Sprache, die zu den ältesten der Welt gehört und Verbindungen zum Sanskrit hat, existiert das Wort „teka“, was Strömungen heißt und viele unterschiedliche Bedeutungen hat. Am frühen Morgen geht die Sonne auf (teka), der Fluss fließt (teka), die Zeit vergeht (teka) und eine Frau fließt zum Rhythmus des Mondes (teka), wenn sie menstruiert. Und auch wenn sie bei ihrer Hochzeit in eine andere Familie übergeht.
In litauischen Volksliedern wird eine Frau häufig wie ein fließender Fluss dargestellt, in dem Generation auf Generation folgt. Sie ist der Fluss, der alle mit den Vorfahren verbindet: durch die Zauberformeln der Folkmusik.

Tūta - Khaldyn khursa nogoondo
Khaldyyn Khursa Nogoondo stellt den Respekt in den Mittelpunkt: Den Respekt, den die Nation Burjatien für ihre eindrucksvolle Natur hat. Tuta dagegen ist eine litauische Sutartine: das sind Volkslieder aus dem Nordosten und Osten Litauens, deren Tradition mehrere Jahrhunderte zurückreicht. Sie werden gesungen, bisweilen verbunden mit Tanzschritten und auf alten litauischen Instrumenten gespielt. Beide Volkslieder reichen in eine Zeit zurück, als die Bauern, die ihre Erde bestellten, tiefen Respekt und Dankbarkeit für Mutter Natur empfanden. Lieder und Rituale waren damals üblich, um diese Dankbarkeit auszudrücken.

Jovaras – Altagarna
Altagarna ist ein Volkslied aus Burjatien: Und zwar über das Buschwerk in der Steppe! Dieses Buschwerk hat sehr starke und widerstandsfähige Wurzeln. Damit stehen diese Pflanzen stellvertretend für das burjatische Volk.
Jovaras dagegen ist ein litauischer Folk-Song, der den gesamten Reichtum der baltischen Nationen repräsentiert. Der Jovara-Baum kann als Symbol für den Lebensbaum gesehen werden und somit für die archetypische dreistufige Struktur der Welt. Die Wurzeln des Baumes sind erfüllt von den Klängen der Kanklės (einer baltischen Zither), die uns durch die alten Lieder näher an unsere Ursprünge und unser angestammtes Wissen bringt. Die Bienen, die in der Mitte summen, sind ein Symbol für Nation und Einheit und ein Beispiel für eine Gesellschaft, in der alle Menschen für das Gemeinwohl arbeiten. Die Krone ist voller kleiner Falken. Vögel waren in vielen Kulturen Mittler zwischen dieser Welt und der spirituellen Welt. Sie überbringen uns Botschaften. Vögel symbolisieren sowohl in traditionellen litauischen als auch in den burjatischen Gesängen die Vorfahren.
Wenn beide Lieder eins sind, wird der Mensch wieder Teil der Natur, gleichwertig mit ihr, als Pflanze oder Baum. Je tiefer und stärker unsere Wurzeln sind, desto höher reicht die Baumkrone. Die ältesten Volkslieder sind wie frisches Wasser für unsere Wurzeln, sagen Udu.
„Auch wenn unsere beiden Nationen sehr unterschiedlich sind und weit voneinander entfernt liegen, drücken unsere ältesten Lieder doch eine tiefe Verbundenheit mit der Natur aus. Wenn die beiden Melodien zu einer einzigen vereint werden, erreicht die Musik ihre gemeinsamen Wurzeln.“

Eiliom Susédom
Eine litauische Sutartine, gesungen von einem burjartischen Sänger! Die archaischen litauischen Sutartinen gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ursprünglich handelt es sich bei den Sutartinen um das lebendige Wissen einer Gesellschaft, das von Mutter an Tochter weitergegeben wurde.

Izban Bliuz
Izban ist ein Element einer selbstgebauten Wodka-Destillationsmaschine, die einem Holzeimer ähnelt, der mit Eisenringen befestigt ist. Ein Izban mit sieben Ringen hat eine Lebensdauer von 70 Jahre dienen. Wenn er länger hält, gib ihn an deine Nachkommen weiter! Die weisen Worte in diesem Volkslied rufen die jüngere Generation dazu auf, ihre Traditionen zu bewahren und an ihre Kinder und Enkelkinder weiterzugeben.

Bliuz ist ein litauisches Volkslied über Schwestern, die Roggen ernten. Diese Art von Lied erinnert uns an die alten Traditionen, die von Generation zu Generation weitergegeben werden. Ein Lied erleichtert die Weitergabe einer Fertigkeit, um verschiedene Aufgaben auszuführen: Werkzeuge herzustellen, zu jagen, Flachs zu verarbeiten oder zu weben. Heute können wir hier ein besseres Verständnis der Spiritualität unserer kulturellen Traditionen suchen.

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